Grenzklarheit
Fachpraxis für sexuell grenzverletzende Kinder, Jugendliche und Erwachsene 

Interessantes und Informatives

Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen

Rituellen, organisierten Kindesmissbrauch gibt es in Familien, teilweise über Generationen hinweg. Vor allem gibt es ihn aber in organisierten  internationalen kriminellen Netzwerken. Kinder werden gefügig, benutzbar gemacht, um sie zum sexuellen Missbrauch kommerziell anzubieten und/ oder Kinderpornos mit ihnen zu drehen. Hier finden Sie ein sehr gutes Erklärvideo dazu. 

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3. Jahreskonferenz zu sexueller Gewalt gegen Kinder der Deutschen Kinderschutzzentren 2020

Vom 26. bis 27. März 2020 wird die 3. Jahreskonferenz zu sexueller Gewalt gegen Kinder in Hannover stattfinden. Schwerpunkt wird die Thematik "Kinder und Jugendliche mit sexualisiert grenzverletzendem Verhalten" sein. Weitere Informationen finden Sie unter www.kinderschutz-zentren.org

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Kindertraumaambulanz im Saarland

Im Saarland hat die Kindertraumaambulanz ihre Arbeit aufgenommen. Sie hat Standorte in Saarbrücken, St. Wendel und Merzig. Die Anmeldung erfolgt zentral hier:

SHG Kindertraumambulanz Saarland, Waldstraße 40, 66271 Kleinblittersdorf

Sekretariat: Montag bis Freitag 8.30 bis 16 Uhr, Telefon: 06805 / 9282-0

E-Mail: kindertraumaambulanz@sb.shg-kliniken.de

Homepage: www.shg-kliniken.de

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"Sexueller Missbrauch im Sport - das große Tabu", eine Doku der ARD-Sportschau

In dieser Dokumentation zeigt die ARD auf, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen im Sport ein noch viel größeres Thema sein müsste als der sexuelle Kindesmissbrauch in den Kirchen. Betroffene berichten von ihrem Missbrauch durch Trainer und dem Umgang damit in den jeweiligen Vereinen. Sehr deutlich wird dabei aufgezeigt, welcher Strategien sich die Täter bedienen und wie Ihnen das Umfeld Sportverein und ihre Position darin es möglich machen, über Jahre hinweg ungehindert zu missbrauchen. Den Link zur Sendung finden Sie hier.

 

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Erster Entwurf der Kurzfassung der Kinderschutzleitlinie

Der erste Entwurf der Kurzfassung der Kinderschutzleitlinie wurde von der Universität Bonn in den Umlauf an Fachkräfte gegeben. Die Kurzfassung beinhaltet alle Handlungsempfehlungen, ist thematisch sortiert und stellt Empfehlungen in Form von Abbildungen dar. Sie ist in DIN A5 Format erstellt und wird als PDF und Druckversion vorliegen. Die Veröffentlichung bei der AWMF ist für den August 2019 vorgesehen. Bis dahin können noch Änderungen vorgenommen werden.

Entwurf Kinderschutzleitlinie
(hier veröffentlicht mit Genehmigung der Uni Bonn)

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Gruppenvergewaltigung durch 12- und 14-Jährige in der Presse

In Mühlheim an der Ruhr vergewaltigten drei 14-jährige und zwei 12-jährige Jungen eine 18-Jährige. Aufgrund des Alters der Jungen erfährt diese Tat viel Aufmerksamkeit in der Presse. Es gibt durchaus differenzierte Artikel, aber es gibt auch viele Artikel, die sehr reißerisch, eindimensional und polarisierend mit dem Thema umgehen. Die Täter werden pauschalisiert. Die Taten werden genutzt, um plakativ die Herabsetzung der Strafmündigkeit zu fordern, um Stimmung gegen Migranten und sozial Schwache zu machen und  um Ängste zu schüren.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen, die sexuelle Übergriffe begangen haben, ist jedoch eine individuelle, sehr differenzierte Betrachtung von Tat und Täter erforderlich. Sexuelle Übergriffigkeit ist bei Kindern weder normale sexuelle Entwicklung noch rein Triebgesteuert. Sie ist ein Zeichen dafür, dass in dem Leben und der Entwicklung des Kindes etwas deutlich aus dem Ruder läuft. Es ist ein Zeichen dafür, dass diese Kinder professionelle pädagogische und therapeutische Hilfe brauchen. Es gibt nicht den einen Grund, warum ein Kind oder Jugendlicher allein oder in der Gruppe sexuell übergriffig wird. Die Gründe sind komplex und müssen genau in dieser Komplexität betrachtet werden, um Interventionen sinnvoll und zielführend zu planen. Diese Interventionen müssen von spezialisierten, gut ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden, je nach individuellem Bedarf ambulant oder stationär. Der Interventionsplanung muss ein spezialisiertes Clearing vorangestellt werden, um der Komplexität der Tathintergründe und den individuellen Bedarfen des übergriffigen Kindes gerecht zu werden. Ziel dabei muss immer sein, dass sowohl potentielle Opfer vor weiteren Übergriffen geschützt werden als auch dass das übergriffige Kind vor der Manifestierung bzw. weiteren Entwicklung delinquenten Sexualverhaltens bewahrt wird.

Eine Herabsetzung der Strafmündigkeit halte ich nicht für sinnvoll. Sexuell übergriffige Kinder und Jugendliche brauchen klare Grenzen und therapeutische und pädagogische Hilfen. Vorhandene Instrumente der Kinder- und Jugendhilfe, des Strafrechts und des Familienrechts sind völlig ausreichend, sofern sie denn auch eingesetzt und sinnvoll genutzt werden. In Einzelfällen ist bei strafmündigen Jugendlichen eine Haftstrafe unumgänglich. Diese ist aber nur sinnvoll und Rückfall vermeidend, sofern diese Jugendlichen therapeutische und pädagogische Massnahmen während und nach der Haft durchlaufen können.

Ein sehr gutes Interview von Rita Steffes-enn und Josef Wagner von der BAG KJSGV bei Radio Deutschlandfunk Nova zu sexuellen Übergriffen von Minderjährigen, den Hintergründen der Taten und notwendigen Interventionen finden Sie hier

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Sicherer Umgang mit Internet, Handy und Computerspielen

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Bund und der Länder hat für Lehrkräfte und Fachkräfte in der Jugendarbeit eine Handreichung entwickelt. Den Link dazu finden Sie hier. Weitere Materialien der Polizei zum Thema Cybermobbing finden Sie hier.

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Auszug aus der Polizeikriminalstatistik 2018 

Ländervergleich der PKS 2018
Hier finden Sie einen Auszug der Polizeikriminalstatistik zu Fällen von sexuellen Straftaten gegen Kinder und Jugendliche im Ländervergleich

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Erarbeitung von Europaweiten Empfehlungen für die Einschätzung, den Umgang und die Resozialisierung von Sexualstraftätern 

Die Confederation of European Probation (CEP) hat im Januar 2019 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Empfehlungen für den die Einschätzung, den Umgang und die Resozialisierung von Sexualstraftätern, also EU weite Standards für die Arbeit mit Sexualstraftätern entwickeln sollen. Der Arbeitsgruppe gehören Experten der Täterarbeit aus verschiedenen Ländern der Europäischen Union an. Im September 2020 sollen diese Länder übergreifenden Standards verabschiedet werden. Näheres dazu finden Sie  hier

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Empfehlungen des UBSKM zur Bekämpfung von Gewalt gegen Kindern

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) hat Empfehlungen für eine verbesserte Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Ihre Folgen herausgegeben:

Empfehlungen des UBSKM

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Positionspapier der CDU „Sexuellen Kindesmissbrauch bekämpfen“

Die CDU hatte 2018 ein Positionspapier entwickelt, in dem Maßnahmen aufgeführt sind, mittels derer Kinder und Jugendliche besser vor sexuellem Missbrauch geschützt werden sollen. Am 08.01.2019 fand aus diesem Anlass ein Gespräch zum Entwurf des Positionspapiers zwischen Nadine Schön von der CDU und Fachkräften in Tholey/Saarland statt, zu dem ich als Fachpraxis Grenzklarheit ebenfalls eingeladen war.  Trotz eines sehr positiven Austausches zwischen der Politikerin und den Fachkräften blieb das in der Folge von der CDU verabschiedete Positionspapier mit seinen 26 Punkten weit hinter meinen Erwartungen zurück. Die Arbeit mit sexualisiert grenzverletzenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen als ein wichtiger Punkt der Prävention blieb nur unzureichend erwähnt. Leider gab es von Seiten von Frau Schön und der Bundestagsfraktion der CDU kein Interesse an einem weiteren Austausch zum Thema Täterarbeit als eine wichtige Säule der Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch.

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Internationale Standards für die Arbeit mit Sexualstraftätern

Die International Association for the Treatment of Sexual Offenders (IATSO) hat bereits vor einigen Jahren Standards für die Arbeit mit erwachsenen Sexualstraftätern veröffentlicht. In 2006 wurden von der IATSO dann Standards für die Arbeit mit sexuell übergriffigen Jugendlichen entwickelt. 

Die Standards für die erwachsenen Täter finden Sie hier, die für die Jugendlichen hier.

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